Was ist der Unterschied dazwischen, wenn man Gäste zu sich nach Hause einlädt und wenn man Gäste in seinen Podcast einlädt? Die größte Hürde dürfte bei einer Einladung zu einem Podcast sein, wenn man den Gast eigentlich gar nicht kennt. Ja, wir fangen ganz vorne an.

Die Schritte einer Einladung zum Podcast:

Wir alle, und da bin ich definitiv auch dabei, haben zuerst einmal die Erwartungshaltung, dass unser Gast eventuell oder ganz sicher NEIN sagen wird. Kleiner Spoiler vorab: Die meisten sind in erster Linie neugierig, positiv überrascht oder räumen sich eine Bedenkzeit ein. Ein ernsthaftes NEIN habe ich bislang selten erlebt. Geh positiv an die Sache ran und probier es einfach! Ach ja, bitte such dir nicht als ersten Gast einen A-Promi, zumindest dann nicht, wenn du ihn oder sie nicht persönlich kennst. Das kannst du später noch immer machen.

First steps first…

Bevor du eine Mail oder DM rausschicken willst ist recherchieren dran. Schau dir Profile in den sozialen Medien, Websites oder Podcasts bei denen er/sie schon war an. Passt der Gast überhaupt zu deiner Zielgruppe? Hat er/sie schon einmal gesagt, dass Podcasts nicht sein/ihr Ding sind? Das wäre ein absolutes KO-Kriterium.

Einige Fragen, die ich immer vorab sicher stelle sind:

  • Was ist das Fachgebiet?
  • War er/sie schon in einem anderen Podcast?
  • Ist der Inhalt für mein Publikum relevant?
  • Ist mein Publikum für den Gast relevant?
  • Gibt es eine Verbindung zwischen dem Gast und Unternehmen?

Entwickle „Eine Beziehung“

Hast du auch schon Mails oder Anrufe von Unternehmen bekommen, die meinen, dass sie besonders wichtig für dich sind? Wenn ich solche Mails bekomme, dann gehen die meist auf direktem Weg in den Papierkorb. Das gleiche gilt für unaufgeforderte Mediakits, die keine Überlappung mit meinem Know-How oder Expertise haben – ein wenig Recherche hätte ihnen Zeit gespart und mich keinen Platz im Mülleimer gekostet.

Vor deiner Anfrage solltest du idealerweise bereits ein paar Sätze gewechselt, in den sozialen Medien interagiert oder wenigstens die gleichen Interessen wie dein potenzieller Gast haben. Ihr müsst nicht heiraten oder beste Freunde werden – aber für eine Episode teilt ihr euch ein wenig Zeit.

Mach dir einen Namen bei ihnen oder ihren AssistenInnen (bei PolitikerInnen, großen Menschen aus der Wirtschaft und Promis ist das wichtig)!

Probier dies hier aus bevor du Podcast-Gäste ansprichst:

  • Interagiere mit ihren Beiträgen und Inhalten
  • Beginne Gespräche in DMs
  • Erfahre, wer ihre Buchungen verwaltet
  • Finde Gemeinsamkeit
  • Biete ihrem Publikum etwas Wertvolles

Mach es „persönlich“

Nein, setz dich nicht in Bus, Bahn oder Auto und stell dich vor die Haustür deines Gastes… damit bist zu ganz sicher raus. Schreib einen personalisierten Text, gerne auch auf Basis meiner Vorlage. Diese Vorlage ist nur ein Grundgerüst, das DU mit Leben füllen musst… Sie ist für den Einstieg konzipiert, sie ist keine Einheitsgröße und nicht zu 100 % vollständig. Mit großer Macht kommt große Verantwortung und so weiter.

Reminder:

  • Verwende nicht für alle denselben Text
  • Zeige, dass du dich mit ihnen auseinander gesetzt hast
  • Erwähne einige ihrer Lieblingsinhalte, die sie produziert haben
  • Artikuliere persönliches Interesse daran, sie in Ihrem Podcast zu haben

Schaffe den gegenseitigen Nutzen

ABER WARUM WOLLEN SIE NICHT IN MEINER SHOW SEIN?! Ich habe das Gefühl, dass dies normalerweise eine Panikreaktion ist, wenn sich Leute beschweren, dass niemand in ihrem Podcasts Gast sein möchte.

Es reicht nicht, einfach zu sagen: „Komm in meine Show, rede nur über Thema X, alles andere ist tabu.“ Ehrlich gesagt, das ist der Grund, warum jeder irgendeine Art von Medienschaltung durchführt. Warum gehen Schauspieler deiner Meinung nach in Late-Night-Shows? Sie dürfen auch über die eigenen Themen reden! Verwende also dieses Prinzip und geben Sie ihnen einen Grund, Gast in DEINEM Podcast zu sein.

Extra:

  • Biete ihnen die Möglichkeit, ein bevorstehendes Angebot in deinem Podcast zu bewerben
  • Biete an, das Audio aus der Aufnahme für ihren Podcast oder Inhalt zu teilen
  • Teile mit, wie dein Publikum von ihrem Fachwissen profitieren würde

Mach den Sack zu

Du musst kein großartiger Verkäufer sein – einfach nur ein sympathischer und empathischer Mensch. Zeig deinem Gast, dass du weißt, dass dies eine Win-Win-Situation ist, und erinnere sie daran, dass du hinter ihnen stehst und sie unterstützen möchtest! Gib ihnen einen Ego-Boost und verwende eine Sprache, die sie zum Handeln bringt.

Erinnerungsstütze:

  • Biete unterschiedliche Tage und Zeiten an
  • Gib die Zeit mit, wann die Folge online gehen wird
  • Idealerweise passt du deinen Release an ein Angebot deines Gastes an
  • Schick deinem Gast gerne auch ein paar Folgen früherer Gäste

Jetzt weißt Du, wie man Podcast-Gäste anspricht! Übung macht den Meister, also arbeite weiter daran! Und wenn sie nein sagen, waren sie von vornherein eindeutig nicht die richtigen, also kein Schaden!

Was mache ich, wenn der Gast kommt?

Klärung vorab

Die Frage ist zunächst, ob ihr per remote oder lokal aufnehmt. Grundsätzlich gilt aber: Such vorab das Gespräch und kläre Fragen ab. Überleg dir einige Fragen, die das Gespräch voran bringen können. Setz ein Framing für das Leitthema der Folge und nenne es deinem Gast gerne vorab.

Wenn ihr per remote aufnehmt, dann solltest du deinem Gast rechtzeitig sagen, wie er/sie sich mit dir verbinden kann und was noch benötigt wird. Bei einer lokalen Aufnahme solltet ihr den Ort und die Zeit mit ausreichend Puffer vorab klären.

Direkt vor der Aufnahme

Stell dir oder euch ausreichend Getränke parat und sorge dafür, dass das Smartphone stumm oder im Flugmodus ist. Vermeide Störgeräusche wie Klimaanlage, Ventilator, Gartengeräte usw. in der näheren Umgebung. Geh vorab noch einmal auf die Toilette… glaub mir ruhig. Mach deine Stimme warm und hab Spaß!

Und: Sei auf jeden Fall pünktlich bzw. etwas zu früh.

Während und nach der Aufnahme

Grundsätzlich sollte so ziemlich klar sein, dass du deinen Gast mit Respekt behandelst. Aber es gibt auch ein paar weitere wichtige Dinge, die es für eine Aufnahme mit einem Gast zu beachten gilt.

  • Ausreden lassen: Falle Deinem Gegenüber nicht ins Wort. Warte im Zweifel ein paar Sekunden, nachdem er fertig gesprochen hat – manchmal kommt nach einer kurzen Denkpause noch ein Nachsatz.
  • Spiegeln: Damit ist gemeint, wie Du auf Dein Gegenüber reagierst. Hier kommt es darauf an, welche Rolle Du als Interviewer einnehmen möchtest. Darunter fallen zum Beispiel zustimmende Worte wie „Ich verstehe“ oder „mir geht es genau so“. Das ist vor allem bei Interviews mit persönlichem und einfühlsamem Charakter sinnvoll, bei faktenbasierten weniger. Bei einer witzigen Anekdote ich natürlich auch ein Lachen absolut angebracht.
  • Zuhören: Sei aufmerksam und bleibe Deinem Gegenüber zugewandt. Hör genau zu, damit Du auf das Gesagte mit den passenden Fragen reagieren kannst.
  • Roter Faden: Behalte Deine Vorbereitungen im Blick, wenn das Gespräch inhaltlich andere Wege gehen sollte. Wäge ab, inwieweit Du von Deinem Plan abweichen möchtest, um dem Gesprächfluss zu folgen. Wenn Du zurück zu Deinen notierten Fragen kommen möchtest, moderiere es sanft an („Ich würde gern nochmal auf das Thema XY eingehen…“).
  • Leiten: Denk daran, dass Du das Gespräch führst. Ob ihr euch in eine Anekdote vertieft, angrenzende Themen erörtert oder bei Deinem Plan bleibt, liegt ganz bei Dir.
  • Beenden: Nachdem Deine Abschlussfrage beantwortet wurde, bedanke Dich bei Deiner Interviewpartnerin / Deinem Interviewpartner für das Gespräch und die Zeit!

Gib deinem Gast allerdings auch ausreichen Platz für eigene Themen und stelle ihn niemals absichtlich bloss. Versuche immer auf Augenhöhe zu agieren.

Schicke deinem Gast vor der Veröffentlichung ein Asset-Kit zum teilen in den sozialen Medien und biete gerne an, dass du seinen/ihren Podcast auch gerne besuchen kannst.

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